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Aktuelle Seite: Start Sanitär Wasser - Hygiene Wasserhygiene

Wasserhygiene - Legionellenprüfung

Wasserhygiene Bericht

Text übernommen aus: ARD Ratgeber Bauen+Wohnen vom 10. Oktober 2010, URL: http://www.ratgeberbauen.de

Legionellen im Trinkwasser

von Werner Ahlschwedt

Unser Prüfer Hr. Lutz Pooch bei der Entnahme einer Wasserprobe

Bei Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius in der Wasserleitung vermehren sich die Legionellen, die Stäbchenbakterien, bestens. Besonders Menschen mit ausgeprägtem „Sparverhalten“ beim Heizen und der Bereitung von Warmwasser sowie Hausbesitzer, die ihre alte Heizung nur sporadisch einschalten oder deren Wärmepumpen mit Mühe die 40-Grad-Hürde schaffen, sind durch Legionellen gefährdet. Aber auch Rückkühltürme, Whirlpools oder Duschen können oft eine Infektionsquelle sein. Gefährlich wird es, wenn der Sprühnebel solcher Anlagen inhaliert wird. Von den mehr als 44 vorkommenden Legionellen-Arten löst „Legionella pneumophila“ das einer Grippe ähnliche Pontiacfieber und eine oft tödliche Lungenentzündung, die „Legionärskrankheit“ aus.

Das Vorkommen der Legionellen hängt entscheidend von der Wassertemperatur ab. Ideale Bedingungen für die Vermehrung bestehen zwar bei Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius. Sie können aber auch in kaltem Wasser vorkommen, vermehren sich dort jedoch nicht so stark.

Soldaten als Namensgeber

Ihren Namen erhielten die „Legionellen“ durch einen Kongress ehemaliger amerikanischer Soldaten, der American Legion. 1976 erkrankten in einem Hotel in Philadelphia 180 Veteranen. Die Krankheit forderte 29 Opfer. In Deutschland gab es den größten Ausbruch einer Legionellen-Epidemie Anfang 2010 in Ulm mit fünf Toten und über sechzig Infizierten. Als Infektionsquellen gelten Rückkühltürme in der Nähe des Ulmer Hauptbahnhofs, die zu einem Blockheizkraftwerk gehören. Rückkühltürme gehören zu den häufigen Infektionsquellen.

Im einem Einfamilienhaus kann es die Dusche sein. „Der Einfamilienhausbesitzer ist bisher für dieses Thema zu wenig sensibilisiert“, meint der Sachverständige Dipl.-Ing. Robert Priller aus dem bayerischen Mühldorf. Er bezeichnet die Situation sogar als dramatisch. „Jede dritte bis fünfte Probe ist kontaminiert“, sagt er. „Der Bürger wird im Glauben gehalten“, so Priller, „dass unser Trinkwasser zwar das bestüberwachte Lebensmittel ist. Auf die Gefahren in der Hausinstallation weist man nicht hin Der Einfamilienhausbesitzer ist bisher für dieses Thema zu wenig sensibilisiert.“

Nach Prillers Ansicht hat der Gebäudeeigentümer noch ein mangelndes Bewusstsein für Wartung, Instandhaltung und Überwachung. Vor allem aber herrsche noch große Unkenntnis über bestehende Risiken, auch unter Fachleuten wie Fachplanern und Installateuren.

In Einfamilienhäusern höchste Legionellenzahlen gefunden

Doch wie stark sind Ein- oder Zweifamilienhäuser von Legionellen betroffen? Dazu gibt es nur wenige Untersuchungen. Eine der wenigen hat Prof. Dr. Werner Mathys vom Institut für Hygiene am Universitätsklinikum Münster vorgelegt. Er untersuchte das Vorkommen von Legionellen in Einfamilienhäusern. Für Prof. Mathys sind „Einfamilienhäuser ein noch weithin unerforschtes Gebiet. Man glaubt immer, dass sie unproblematisch sind.“ Deshalb haben er und seine Mitarbeiter am Institut für Hygiene circa 500 Einfamilienhäuser auf Legionellen untersucht. „Wir mussten leider feststellen, dass sie in einem ähnlichen Maße besiedelt sind wie Großgebäude. Wir haben in diesen Einfamilienhäusern die höchsten Legionellenzahlen gefunden, die wir überhaupt in unserer gesamten Untersuchungskampagne je feststellen konnten“, erklärt Mathys.

Wer ist betroffen?

Das wahre Ausmaß der sogenannten Legionärskrankheit liegt laut Dipl.-Ing. Robert Priller im Dunkeln. Die aktuelle Datenlage in Deutschland deutet auf ein weit unterschätztes Problem hin. Auch Prof. Mathys ist sicher, dass nur ein Prozent aller Legionellenfälle richtig diagnostiziert wird. Die Dunkelziffer gibt Mathys mit 99 Prozent an.
Der Sachverständige Priller bemüht die Statistik. Er gibt an, dass es in 2007 rund 700.000 Lungenentzündungen nach Meldungen beim Robert Koch-Institut gab. Bei 3,8 Prozent der Erkrankungen wurden Legionellen als Erreger identifiziert. „Das sind rund 26.500 Infektionen im Jahr. Und die Sterblichkeitsrate liegt bei etwa 10 bis 14 Prozent, also rund 3.000 Tote.“ Es gäbe aber im Vergleich dazu, laut Priller, allein 4.970 Verkehrstote in 2007, 504 AIDS-Tote und 99 Creutzfeld-Jakob-Erkrankungen.

Die hohe Dunkelziffer erklärt sich nur dadurch, dass die bei Lungenentzündungen übliche bakterielle Diagnostik Legionellen nicht erfasst und eine spezifische Legionellendiagnostik meist nicht durchgeführt wird.
„Legionellen treffen vorwiegend ältere Personen“, sagt Prof. Mathys, „insbesondere ältere Männer und alle die Personen, die immunschwach sind, also nach einer Transplantation, unter bestimmten Medikamenten oder nach einer Krebsoperation. Unter Umständen aber auch schon nach einem längeren Lauf, nach einem Marathonlauf kann die Immunlage so schwach sein, dass man sehr an-fällig ist gegenüber einer Infektion mit Legionellen.“ Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Auch Wundinfektionen sind selten. Essen und Trinken infizieren nicht. Gelangt allerdings erregerhaltiges Wasser aus Versehen, durch „Verschlucken“ (Aspiration) in die Luftröhre, können Infektionen entstehen. Dann könnte es auch über Schwimmbecken- und Leitungswasser zu Erkrankungen kommen.

Sparwut als Hauptproblem

Durch Sparappelle für Wasser und Energie sowie durch moderne Heiztechnik werden Legionellen noch zunehmen, ist sich Prof. Mathys sicher. „ Die Sparwut der Deutschen ist eines der Hauptprobleme, die das Wachstum von Legionellen begünstigt. Dies gilt einmal für den Wasserverbrauch, der mittlerweile die Grenze des Vernünftigen erreicht hat - nach unten gesehen. Und es gilt auch für die Temperaturen, die weitgehend immer weiter nach unten gefahren werden. Beides zusammen bedingt, dass wir ein größeres und zunehmendes Problem auch in kleinen Wohneinheiten bekommen.“

Wie und was ist sinnvoll als Vorbeugung

Wie beugt man sinnvoll vor? Für Großanlagen gilt vereinfacht gesagt: Warmwasser muss 60 Grad Celsius haben. Und die Anlage selbst darf nie unter 55 Grad Celsius fallen. Für die Errichtung und den Betrieb von Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlagen gilt das DVGW-Arbeitsblatt W 551 über die „Technischen Maßnahmen zur Verringerung des Legionellenwachstums“ vom April 2004. Danach muss am Austritt von Warmwassererzeugungsanlagen ständig eine Temperatur von mindestens 60 Grad Celsius gehalten werden. Bei Anlagen mit Zirkulationsleitungen darf die Warmwassertemperatur im System nicht um mehr als 5 Grad Celsius gegenüber der Austrittstemperatur absinken. Somit muss die Rücklauftemperatur der Zirkulation in den Warmwasserbereiter mindestens 55 Grad Celsius betragen.
Dieses Sicherheitsniveau zu halten, kostet jedoch zusätzlich Geld. Zudem läuft es dem allseits geforderten Energiesparen zuwider. Auch trifft es Wärmepumpen und Niedertemperaturanlagen. Prof. Werner Mathys gibt zu bedenken, dass die Temperaturen von 60 Grad im Speicher und 55 Grad in der Peripherie grundsätzlich für alle Gebäude gelten. „Man macht natürlich aus wirtschaftlichen Gründen gewisse Kompromisse, wobei ich dieses Sicherheitsniveau dann aber verlasse, das muss einem klar sein.“

Neue Installationen gegen Legionellen

Prof. Bernd Rickmann lehrt an der Fachhochschule Münster im Fachbereich „Energie Gebäude Umwelt“ und hat sich auf technische Prävention bei Legionellen spezialisiert. „In konventionellen Trinkwasserinstallationen habe ich sogenannte Stichleitungssysteme“, sagt Prof. Rickmann, „Wasser fließt nur über eine einzige Leitung zur Entnahmestelle. In den anderen Bereichen bleibt das Wasser stehen. Neue Konzepte basieren auf dem sogenannten Ringleitungsprinzip. Die Entnahmenstelle ist einem Ring angeschlossen. Wird hier Wasser entnommen, fließt von beiden Seiten Wasser zu, und der gesamte Wasserinhalt in der Stockwerksinstallation wird ausgetauscht.“ Effizient und hilfreich: Trinkwasser wird nicht separat gespeichert, sondern mit vom Heizwasser erwärmt - wie beim Durchlauferhitzer. Prof. Rickmann: „Ein Plattenwärmetauscher, der ganz wenig Wasserinhalt hat und die Wärme von der Heizungsseite zur Verfügung gestellt bekommt und dann an das Trinkwasser abgibt.“

Auch ohne neue Installationen lässt sich etwas gegen Legionellen unternehmen. Wichtig ist, dass Heißwasser dauerhaft etwa 55 bis 60 Grad Celsius heiß ist und mit über 55 Grad an der Armatur austritt. Nur dann tötet es Legionellen. Und kaltes Wasser muss immer unter 25 Grad austreten. Werden Armaturen nur selten genutzt und zudem mit wenig Wasser durchströmt, verschafft das den Bakterien einen weiterhin geeigneten Lebensraum. Wer also sicher gehen will, öffnet einmal täglich jede Armatur im Haus - am Besten mit heißem und kaltem Wasser. Auch lässt sich vorsorglich ein Test machen. Ob und welche Legionellenart sich im Wasser tummelt, zeigt ein Test, den man für rund dreißig bis sechzig Euro bei dafür anerkannten Labors machen lassen kann. Die örtlichen Gesundheitsämter verfügen über die Adressen.

Das Regelwerk zur Trinkwasserhygiene wurde überarbeitet. Es sind Verschärfungen insbesondere für Mehrfamilienhäuser mit zentraler Warmwasserbereitung in Kraft getreten. Jetzt werden alle gewerblichen Anlagen mit Warmwasserspeichern ab 400 ltr. Inhalt bzw. Warmwasserleitungen mit mehr als 3 ltr. Inhalt beprobungspflichtig. Hier muss der Betreiber alle 3 Wasserproben auf die Beschaffenheit des Trinkwassers untersuchen lassen.
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